Zum 11. September 2001

 
 

Eine Nachricht von Drunvalo an alle Amerikaner - 15. September 2001


Nach dem jetzt vier Tage langsam verstrichen sind, möchte ich, wenn ihr zuhören wollt, von meiner Seele aus über das zu euch sprechen, was ich als das Kernproblem dieser Geschehnisse betrachte. Wir Amerikaner haben das Leben wie einen surrealistischen Film an uns vorbeiziehen lassen. Im Fernsehen sehen wir die Flammen der Kriege und schauen ihnen beim Brennen zu, in Israel, Palästina, im Kosovo, Irak, Iran, Indien, Pakistan, in Kolumbien mit der Drogenguerilla, in Nord- und Südkorea, Russland, Tschechien, Irland und Großbritannien.

Wir sehen unendliches Leid, doch es betrifft uns nicht direkt. Wir sind der Gewalt gegenüber abgestumpft und gefühlstaub geworden. Es scheint so als ob diese Abstumpfung unsere einzige Art geworden ist, mit den Tragödien des Lebens umzugehen. In unseren Herzen und Körpern spüren wir nur wenig. Tatsache ist, dass viele von uns kaum wirklich in ihren Körpern sind. Wir leben hauptsächlich in unserem Verstand und in den Bildern.

Alles ist distanziert, auf Abstand.


Auch in unsrer eigenen Gesellschaft gibt es Probleme und Schwächen, und auch denen gegenüber sind wir abgestumpft. Unsere Herzen empfinden nicht ds Leid der gequälten und pornographisch missbrauchten Kinder. Wir sind unempfindlich geworden gegenüber Missbrauch, Mord, der Gewalt in unseren Straßen und Familien und wir akzeptieren solche Entwicklungen wie Scheidungen als Teil der Natur der Dinge.


Wir sind Zeugen des weltweiten Leidens, der Hungersnöte und Seuchen. Und noch viel schlimmer, wir sehen zu, wie Mutter Erde stirbt, wie sie in ihren letzten Zügen liegt und keucht. Die Flimmerkiste bringt uns all das direkt ins Wohnzimmer, während wir bei leckerem Essen und gutem Wein in unserer Fantasiewelt leben.


Wie könnten wir auch den Schmerz über all das wirklich spüren? Es könnte unerträglich sein. Also spüren wir es lieber nicht. Es ist ja auch nicht uns passiert.

Und jetzt? Jetzt ist der Schmerz hier bei uns, nicht nur in unserer Nähe, sondern mitten in unserer Heimat.


Was auch immer wir tun werden, ich bezweifele, dass wir auf die bisherige Art und Weise weiterleben werden.


In der Vergangenheit haben wir auf Konflikte mit emotionaler Gewalt regiert. In Familien führt dieses Verhalten in der Regel zu Leid und Trennung. In der Welt führt es, wie in diesem Fall, in der Regel zu Krieg. Dies wäre ein richtiger Krieg, der diesmal wahrscheinlich nicht nur weltweit, sondern auch direkt bei uns Zuhause ausgetragen werden würde.

Diesen Krieg zu unterstützen ist eine unserer Möglichkeiten.


Doch es gibt auch eine Andere, bei der wir damit beginnen, uns um ein Verständnis dessen zu bemühen, warum uns all dies widerfährt.


Ich sage das, weil ich glaube, dass wir die Tragweite der Ereignisse nicht wirklich verstehen. Wir haben uns so weit vom Leben distanziert.


Ich glaube, dass wir lernen müssen, den weltweiten Schmerz wahrzunehmen. Wenn wir zuschauen, wie in Indien ein Kind verbrennt, oder in Afrika ein Säugling verhungert oder Bomben auf friedliche Dörfer fallen, dann könnten landesweit all unsere Herzen vereint darauf reagieren. Statt durch Gewalt können wir diese Welt durch unsere Liebe verändern.


Ich meine, dass wir durch ein Verständnis und Mitfühlen des Leidens unserer fernen Brüder und Schwestern vielleicht die zur Bewältigung dieser Situation notwendige Weisheit entwickeln können.

Die Welt kann sich vereint gegen Terrorismus aussprechen. Wir können allen Terror hinter uns lassen, auch unseren eigenen, und eine Möglichkeit zur Verwirklichung wahren Friedens finden. Dies erscheint mir als die einzig mögliche Antwort. Durch unsere Leben erschaffen wir unsere Welt. Wenn wir es wünschen und uns darauf konzentrieren, können wir eine Welt ohne Terrorismus erschaffen.


Aber wir müssen uns auf eine friedvolle Welt ausrichten und uns darauf konzentrieren statt ohnmächtig vorm Fernseher zu hängen.


Die von uns allen empfundene Verbundenheit ist eine Stärke, die als Katalysator so verändernd auf die Welt wirken könnte, dass Terrorismus zu einer schemenhaften Erinnerung wird. Sie könnte aber auch zu der Kraft werden, die eine rasende Menge ins Chaos treibt und Krieg und Leid vermehrt, was durchaus zum Ende der uns bekannten Zivilisation führen könnte. Die Entscheidung liegt bei uns.


Unsere gegenwärtige Situation lässt sich mit einer Ehe vergleichen, da wir ja auch nicht einfach unseren Planeten verlassen können. Auch wenn uns unser Partner vielleicht das Leben schwer macht und uns weh tut, so bringen wir ihn doch nicht um. Mit einem solchen Handeln würden wir uns nicht von denen unterscheiden, die wir als böse betrachten. Die wahrscheinlich einzige Möglichkeit, diese Erde zu retten, liegt in einem Weg, der beiden Seiten ermöglicht, in Liebe und Respekt zusammenzuleben.


Denn ein dritter Weltkrieg würde höchstwahrscheinlich unsere Mutter das Leben kosten.

Doch wir können mit dieser Situation nur auf eine gute Art umgehen, wenn wir unsere Gefühle und unser Mitgefühl zulassen. Sonst geht nichts. Wir müssen unsere Bequemlichkeit überwinden und aufstehen, um unsere Welt zu einem Planeten des Friedens zu machen.

Durch inneren Frieden und Gebete sowie durch Handlungen, die einem friedvollen Herzen entspringen, können wir diese Welt verändern. Ich glaube an uns und an Amerika. Ich bin von ganzem Herzen davon überzeugt, dass wir den richtigen Weg finden werden.


Mit Hingabe und Liebe,

Drunvalo




A Message from Drunvalo to All Americans September 15, 2001


The message that follows this one is from all of us at the Sp irit of Ma'at. We hope that perhaps the ideas it expresses can help to empower us in this moment of darkness.

But first - now that four days have slowly slipped by - my soul would like to speak to you, if you wish to listen, about something I see as a core issue in all that is happening.

We Americans have been watching life go by as though it were a surrealist movie. On TV, we see the flames of wars and watch them burn - Israel and Palestine, NATO, Kosovo, Iraq, Iran, India and Pakistan, Columbia and the drug guerrillas, North and South Korea, Russia, Chechnya, Ireland, England. We see the incredible pain. But it doesn't affect us directly. We have become numb to the violence. Numbness appears to be our only way of dealing with the tragedies of life. We feel very little in our hearts and bodies. In fact, most of us are barely in our bodies. We exist mostly in our minds and in the images.

It is all so removed.

And within our own society are ills that weaken us in our own eyes and in those of the world, and again, we are numb. We do not feel in our hearts the pain of the children who are raped, tortured, and made to serve the perpetrators of child pornography. We are numb to child abuse and people abuse, murder and violence on our streets and in our homes. We accept divorce as the natural order of things.

We witness the suffering of the world's people, the ravages of hunger and starvation. We face horrible diseases that threaten all life. And even more devastating, we see our Mother Earth herself dying, in her final gasps for life. CNN brings all of this to our eyes in massive doses, and we let it all into our living rooms, watching our little boxes, playing in our fantasy world, eating and drinking our fine foods and wines.

How could we allow ourselves to feel the true pain of it all? To feel such pain could almost kill us. So we don't feel it. It never happens to us.

What now? The pain is here. Not just at our doorstep, but here, within our homeland. What do we do now?

Whatever we do, I doubt if we will continue in the old way.

In the past, we have reacted to conflict with emotional violence of our own. In families, this almost always leads to pain and divorce. In the world, in this case, it leads to war. Real war, that will surely be fought worldwide, but this time, most likely, also in our own neighborhoods.

Supporting this war is one of our options.

But there is another option. It begins by first understanding why this is happening to us. I say this because I don't believe that we do understand. We really are too far removed from life.

I think we must learn to feel the pain that is worldwide. When we see a child burning in India or a little baby dying of starvation in Africa or bombs dropping on beautiful villages snuggled in the countryside, as a nation our hearts could respond as One. We could change this world by our love instead of our violence.

So I say that when we can understand and feel the pain of our distant brothers and sisters, then perhaps we will have the wisdom to know what to do about this horrible tragedy we have all just experienced as a nation.

The world can come together and say, "No more terrorism." We can let go of all terrorism, even our own, and find a way to make peace real. This seems to me to be the only answer. We create our world by our lives. We can create a world without terrorism if we wish and focus upon that.

But we do have to wish and focus upon a peaceful world - not stare at the TV in a coma. We have to come alive and do things that will make a difference.

The unity that we are all feeling now is a place of strength that could be the catalyst that alters the world in such a way that terrorism is a distant memory. Or it could become the energy that drives a lynch mob into chaos and perpetuates the pain and war, with the real possibility that this course could bring an end to civilization as we know it. It is our choice.

In a marriage - which is much like what we have now, since we cannot leave the Earth - the object is not to kill the other person, even if the other person may be making our lives uncomfortable or even painful. If we decide to solve our problems with murder, we are no different from those we consider evil. Finding a way where both people - both sides of any conflict - can live together and love and respect one another is probably the only response that will save the Earth.

For World War Three will almost surely take away the life of our Mother.

But before we can respond in a healthy manner, we first must feel, we must care, or there is nothing. We need to get out of our Lazyboys, stand up, and change our world into a planet of peace.

Through prayer and inner peace, and then through taking the kinds of action that come from a peaceful heart, we can change this world. I have great faith in us and in America. I believe with my whole heart that we will find the right way.

In love and service,

Drunvalo